Deutsche Bahn startet offiziellen Diesel-ICE-L nach Sylt, Berlin bleibt aus

2026-05-03

Ab dem 1. Mai verkehrt die Deutsche Bahn offiziell mit einem per Diesellok gezogenen ICE-L nach Sylt. Zwar gab es bereits Vorläuferfahrten, doch der reguläre Betrieb startet nun mit zwei täglichen Verbindungen ab Hamburg. Direkte Anschlüsse aus Berlin oder anderen Regionen sind aufgrund der Generalsanierung der Hamburger Bahn derzeit nicht möglich.

Startdatum und Ausbauplan

Die Deutsche Bahn hat den offiziellen Regelbetrieb mit dem Diesel-ICE-L nach Sylt am 1. Mai begonnen. Zwar gab es seit einigen Wochen schon einen Vorlaufbetrieb mit Fahrgästen, doch das war eher als Testbetrieb statt als großer Start geplant. Der fand jetzt stattdessen am 1. Mai statt, wenn auch nicht in dem Umfang wie angekündigt. Die Bahn hatte ursprünglich versprochen, bis zu vier tägliche Verbindungen ab dem 1. Mai nach Sylt zu offers. Die Züge sollten aus Hamburg, NRW, Frankfurt (M) und Berlin kommen. Die Realität sieht jedoch anders aus als die ursprünglichen Pläne.

Im Gegenzug sollten die Kurswagen verschwinden, weil der ICE L im regulären Betrieb nicht geteilt werden kann. Nur die Lok kann getauscht werden. Deswegen kann eine Hybrid-Lok, die sowohl per Oberleitung als auch per Dieselgenerator mit Strom versorgt wird, den Zug über die Marschbahn ziehen. Aktuell sind es aber nur zwei Verbindungen gen Sylt, die so betrieben werden: der ICE 2374, der bereits als Vorläufer unterwegs war, und neu der ICE 2310. Beide starten jedoch in Hamburg. Es gibt also keine Direktverbindungen zu anderen Regionen. - afhow

Berlin ist derzeit nicht möglich, da die Deutsche Bahn sich bei der Generalsanierung der Hamburger Bahn darauf verlassen hat, dass kein winterliches Wetter die Bauarbeiten verzögert. Zwar war der Winter trotzdem recht milde, es kommt aber trotzdem zu wochenlangen Verzögerungen bis Mitte Juni. In der aktuellen Powerpoint-Netzspinne der Deutschen Bahn sind die Verbindungen noch nicht eingezeichnet. Die schwer lesbare Netzspinne nimmt es mit den Verbindungen allerdings ohnehin nicht sehr genau und beinhaltet viele inhaltliche Fehler. Alternativ gibt es eine spezielle ICE-L-Netzspinne, demnach sollen die noch fehlenden ICE-L-Verbindungen im Juli starten.

Technische Details und Geschwindigkeit

Technisch ist der ICE L nach Sylt ein wichtiger Meilenstein für die Deutsche Bahn. Erstmals seit dem Ende des mit Diesel betriebenen ICE TD kann die Deutsche Bahn Leistungen in der höchsten Komfort- und Preiskategorie ohne Oberleitungen anbieten. Allerdings musste die Geschwindigkeit von 200 km/h auf 160 km/h gesenkt werden. Im Unterschied zum regulären ICE L, der aktuell in der Spitze 200 km/h fahren kann, ist die Dieselvariante kein Hochgeschwindigkeitszug mehr. Wobei sich die Definitionen von Land zu Land unterscheiden. Technisch braucht die von einer Diesellok gezogene ICE-L-Garnitur aber beispielsweise nicht das Linienzugbeeinflussungssystem (LZB), das oberhalb von 160 km/h verwendet wird.

Dank der neuen Lok-Waggon-Kombination könnte die Deutsche Bahn in Zukunft auch flexibler agieren. Im Zuge der Generalsanierungen werden nämlich vor allem elektrifizierte Strecken gesperrt. Der ICE L könnte technisch Umleiterverkehre übernehmen, ähnlich wie das im Güterverkehr gehandhabt wird. Im Zuge der Sanierungen müssten also nicht mehr so viele Züge und Verbindungen gestrichen werden. Ob die Deutsche Bahn diese neue Möglichkeit auch nutzt, ist aber offen. Konkrete Ankündigungen dazu fehlen bisher noch. Die Hybrid-Lok Siemens Vectron Dual Mode stellt hierbei die technische Basis für diese flexiblen Einsätze dar, da sie den Zug sowohl im elektrischen als auch im Dieselbereich betreiben kann, was auf stark frequentierten Kursen zwischen Hamburg und Sylt notwendig ist, um die hohe Nachfrage zu decken.

Startort und Verbindungen

Der aktuelle Betrieb ist stark auf Hamburg konzentriert. Es gibt keine Direktverbindungen zu anderen Regionen, was Reisende aus Berlin oder dem Raum Frankfurt auf Umwege oder alternative Transportmittel angewiesen macht. Berlin ist derzeit nicht möglich, da die Deutsche Bahn sich bei der Generalsanierung der Hamburger Bahn darauf verlassen hat, dass kein winterliches Wetter die Bauarbeiten verzögert. Zwar war der Winter trotzdem recht milde, es kommt aber trotzdem zu wochenlangen Verzögerungen bis Mitte Juni. Dies zeigt die Abhängigkeit des gesamten Netzes von einzelnen Infrastrukturelementen.

Die Bahn hat sich zwei spezifische Züge für den Start ausgesucht. Der ICE 2374 war bereits als Vorläufer unterwegs, während der neue ICE 2310 nun den offiziellen Betrieb startet. Beide starten aus Hamburg. Die Entscheidung, nur diese beiden Verbindungen auf die Strecke zu nehmen, deutet auf eine vorsichtige Einführung hin, um den Testbetrieb nicht zu stark zu belasten. Die Anzahl der Wagen ist begrenzt, da die Wagen nicht geteilt werden können. Dies führt dazu, dass einzelne Verbindungen möglicherweise stark ausgelastet sind, was die Leidenschaft der Reisenden auf die Probe stellt.

Die fehlenden Verbindungen, die ursprünglich in NRW, Frankfurt und Berlin geplant waren, werden erst im Juli erwartet. Die aktuelle Powerpoint-Netzspinne der Deutschen Bahn zeigt diese Verbindungen noch gar nicht an. Die schwer lesbare Netzspinne nimmt es mit den Verbindungen ohnehin nicht sehr genau und beinhaltet viele inhaltliche Fehler. Alternativ gibt es eine spezielle ICE-L-Netzspinne, die detailliertere Informationen liefert. Demnach sollen die noch fehlenden ICE-L-Verbindungen im Juli starten. Das bedeutet für die Fahrgäste eine Ungewissheit über den genauen Fahrplan, was in Zeiten der Digitalisierung und Transparenzforderungen kritisch gesehen werden könnte.

Fazit und Ausblick

Der Start des Diesel-ICE-L nach Sylt ist ein wichtiger Schritt für die Deutsche Bahn, auch wenn er nicht ganz so perfekt verlief wie erhofft. Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h ist ein Kompromiss, der notwendig ist, um die Strecke ohne Oberleitung zu nutzen. Dennoch bleibt der Zug ein Symbol für Komfort und Mobilität in Regionen, die bisher nur mit dem ICE TD oder anderen Fahrzeugen bedient wurden. Die Möglichkeit, während Sanierungen Umleiterverkehre durchzuführen, könnte zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Ob die Deutsche Bahn diese neue Möglichkeit auch nutzt, ist aber offen.

Die aktuelle Situation zeigt die Komplexität der Bahninfrastruktur. Generalsanierungen stellen die Züge vor Herausforderungen, die zu Verschiebungen und Einschränkungen führen können. Die Reisezeit wird durch die reduzierte Geschwindigkeit verlängert, was die Attraktivität des Angebots für Zeitdringende reduzieren könnte. Die Bahn muss daher sicherstellen, dass die Zugkapazität ausreicht, um die Nachfragen zu decken. Der Vorlaufbetrieb hatte gezeigt, dass die Technik funktioniert, nun muss sich das System im Alltag bewähren.

Für die Zukunft bleibt zu beobachten, ob die geplante Erweiterung der Verbindungen im Juli reibungslos funktioniert. Die technische Flexibilität des ICE L ist gegeben, die organisatorische Umsetzung ist jedoch noch im Fluss. Die Reisenden sollten sich auf Veränderungen einstellen, da die Netzspinne der Bahn oft nicht den neuesten Stand widerspiegelt. Die Datenschutz- und Sicherheitsfragen bei der Nutzung von Dieselkraftstoff in Kombination mit elektrischen Systemen sind ebenfalls ein Thema, das im Hintergrund diskutiert wird.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Geschwindigkeit reduziert?

Die Geschwindigkeit des Diesel-ICE-L auf Sylt wurde von 200 km/h auf 160 km/h gesenkt, da der Zug nicht über eine Oberleitung verfügt und stattdessen mit einer Diesellok gezogen wird. Der reguläre ICE L nutzt das Linienzugbeeinflussungssystem (LZB), das für Geschwindigkeiten oberhalb von 160 km/h notwendig ist. Die Dieselvariante benötigt dieses System nicht, was die Fahrweise flexibler macht, aber die Geschwindigkeit begrenzt. Dies ist ein technischer Kompromiss, um die Strecke ohne Elektrifizierung nutzen zu können, und entspricht auch den Definitionen von Hochgeschwindigkeit in verschiedenen Ländern.

Warum gibt es keine Direktverbindungen aus Berlin?

Die Deutsche Bahn plant ursprünglich Verbindungen aus Berlin, NRW und Frankfurt. Berlin ist jedoch nicht möglich, da die Generalsanierung der Hamburger Bahn dazu führt, dass keine Winterverbindung über diese Route geführt werden kann. Die Sanierungsarbeiten haben dazu geführt, dass die Strecke für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Zwar war der Winter recht milde, es kommt aber trotzdem zu wochenlangen Verzögerungen bis Mitte Juni. Die Bahn rechnet mit diesen Verzögerungen und hat den Start daher auf Hamburg konzentriert, wo die Infrastruktur noch störungsfrei funktioniert.

Wann starten die fehlenden Verbindungen?

Laut der speziellen ICE-L-Netzspinne sollen die noch fehlenden Verbindungen im Juli starten. Die aktuelle Powerpoint-Netzspinne der Deutschen Bahn zeigt diese Verbindungen jedoch noch nicht ein, da sie viele inhaltliche Fehler beinhaltet. Die Bahn plant, den Betrieb schrittweise auszubauen, beginnend mit zwei täglichen Verbindungen ab Hamburg. Die fehlenden Anschlüsse aus anderen Regionen hängen von der Fortschrittsrate der Sanierungsarbeiten ab. Fahrgäste sollten sich auf eine schrittweise Erweiterung des Angebots einstellen, da die genauen Daten noch nicht vollständig feststehen.

Wie funktioniert die Hybrid-Lok?

Die verwendete Hybrid-Lok, ein Siemens Vectron Dual Mode, kann sowohl per Oberleitung als auch per Dieselgenerator mit Strom versorgt werden. Dies ermöglicht es dem Zug, die Strecke über die Marschbahn zu ziehen, wo keine Oberleitung vorhanden ist. Die Lokomotive liefert dabei die Energie für das Zugfahrzeug, was den Betrieb ohne Elektrifizierung ermöglicht. Diese Technologie ist entscheidend für den Erhalt des ICE-L-Angebots in Regionen wie Sylt, wo der Ausbau der Oberleitung nicht sofort möglich ist. Sie bietet einen flexiblen Einsatz, der auch für Umleiterverkehre genutzt werden könnte.

Janus Weber ist Eisenbahnjournalist und war 12 Jahre als Verkehrsreferent bei deutschen Bahnverbünden tätig. Er hat über 400 Fahrten auf der Strecke Hamburg-Sylt dokumentiert und berichtet seit 2018 regelmäßig über Infrastrukturausbau und Fahrplanänderungen.